Kürzlich im Gespräch mit einem Sportlehrer erfuhr ich, dass in Gymnasien immer noch “Wer hat Angst vorm schwarzen Mann” gespielt wird.. einfach kommentarlos so geschehen – auf Wünschen der 15/16 Jährigen Schülerinnen..
Nun.. ich weiß nicht so ganz wie ich damit umgehen soll..
Wie macht man sowas? Wie bespricht man derlei Themen (mit Kindern & Jugendlichen)?
Viele befinden so einen Vorfall keiner Worte wert und betrachten es als schlichtweg harmlos oder lächerlich sich darüber überhaupt zu unterhalten..
Andere meine es sei sogar ’kontraproduktiv’ [..] Kinder oder Jugendliche in so einem Fall darauf aufmerksam zu machen..
Wenn ich zurück denke, dachte ich wohl auch an den Rauchfangkehrer als ich im Kindergarten vor meiner Betreuerin davonlief.. mag sein, dass das auch die meisten tun, aber warum überhaupt soll man Angst vor etwas/jemandem haben nur weil es/er/sie schwarz ist?
Bemerkt den scheinbar niemand die Wertung die hier geschieht und wie sie schon von jüngster Kindheit in unser aller Köpfen installiert wird, sodass man das für völlig normal und in Ordnung halten möchte?
Offenbar nicht, wenn sogar in einem Antidiskriminierungsprogramm schon gedankliche Grenzen gezogen werden:
Vielfalt tut gut – zweifellos eine tolle Initiative die sicherlich einiges bewegt, aber was bitteschön sind Migrantinnen und Migranten denn anderes als Kinder und Jugendliche, rechtsextremistisch gefährdete junge Menschen, Eltern, Erzieherinnen, Erzieher, Lehrkräfte,lokale Meinungsbildnerinnen und Meinungsbildner?
Möglich, dass mich jetzt manche für ’zu pingelig’ halten mögen..
Aber mal ehrlich es geht mir nicht darum pc zu sein.. und Regeln zu erstellen warum man was nicht sagen oder tun darf, aber ich denke wohl, dass es unbedingt nötig ist sich die Frage zu stellen ‘was tun Worte in unseren Köpfen?’
Wie würde es sich lesen wenn ein Muslim der ausrastet und mehrere Menschen erschießt “nur“ ein ‘Amokläufer’ wäre und noch kein ‘Terrorist’? Was wäre wenn ein Familiendrama auch bei Andersgläubigen ein solches wäre und nicht in jedem Fall ein ‘Ehrenmord’? Zugegeben ein etwas extremes Beispiel zeigt aber ganz gut was Worte tun – sie erzeugen Werte so meine ich..
Vielen gesellschaftlichen Bewegungen gingen Veränderungen in der Sprache voraus (siehe Gender-Bewegungen Aufmerksamkeit für Menschen mit besonderen Bedürfnissen).
Anhand des obigen Beispiels erkennt man ganz gut die Unterschiedlichkeiten in der Wertung und vielleicht auch, dass zwischen Gesellschaften von Menschen gar nicht so große Unterschiede bestehen wie viele meinen mögen oder irgendwelche Medien uns glauben machen möchten.
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